April 2014 - PD Dr. Gabriele Pradel zur Heisenbergprofessorin ernannt

 

Seit dem 1. April 2014 ist Frau PD Dr. Gabriele Pradel Heisenbergprofessorin in der Fachgruppe Aachener Biologie und Biotechnologie. Gabriele Pradel wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für bis zu 5 Jahre gefördert und leitet nun das neue Lehr- und Forschungsgebiet für „Zelluläre und Angewandte Infektionsbiologie“. Die Heisenbergprofessur stellt eine thematische Brücke zwischen der Zoologie, der molekularen Biotechnologie und der Medizin dar.

Der Forschungsschwerpunkt der Arbeitsgruppe um Gabriele Pradel liegt in der Erforschung der schweren Malaria tropica. Der Fokus der Gruppe liegt insbesondere auf der Entwicklung neuer Techniken, die die Übertragung des Parasiten Plasmodium falciparum vom Menschen auf die als Überträger fungierende Mücke verhindern. Die Malariaerreger werden von weiblichen Stechmücken der Gattung Anopheles auf den Menschen übertragen und vermehren sich dort zuerst in Leber- und anschließend in Blutzellen, den Erythrozyten. In diesen Zellen findet einerseits eine ungeschlechtliche Vermehrung des Erregers statt, die bei Menschen für die Krankheitssymptome sorgt. Einige, wenige Erreger können im Menschen aber auch in die Geschlechtsform, die Gametozyten, übergehen. Diese werden bei einem erneuten Stich durch eine Mücke von dieser aufgenommen. Im Darm der Mücke durchlaufen die Parasiten die sexuelle Reproduktion, bevor sie anschließend ihren Lebenszyklus im Insekt fortsetzen. Sogenannte Transmissionsblockierende Interventionsstrategien sollen nun all diejenigen Malariaparasiten ausschalten, die in die Sexualphase eintreten, um deren Weiterentwicklung in der Mücke zu stoppen. Dadurch kann insbesondere verhindert werden, dass medikamentenresistente Malariaerreger von Mensch zu Mensch übertragen werden. Medikamentenresistente P. falciparum-Parasiten sind für den Großteil der etwa 600.000 Todesfälle der Malaria verantwortlich. An diesem Punkt setzt die Forschungsarbeit von Gabriele Pradel an. Die Arbeitsgruppe möchte verstehen, wie die Befruchtung des Malariaparasiten in der Mücke abläuft. Mittels verschiedenster moderner Techniken wird die Partnerfindung der Malariaparasiten im Mückendarm untersucht. Ist dieser Mechanismus genauer verstanden, lassen sich in einem nächsten Schritt spezifische Angriffspunkte identifizieren, welche sich für eine gezielte Bekämpfung des Parasiten eignen, so dass hierzu maßgeschneiderte Impfstoffe und Medikamente entwickelt werden können. Die Arbeitsgruppe arbeitet eng zusammen mit dem Malariaprojekt der Fraunhofer Zukunftsstiftung, das zurzeit an den Fraunhofer Instituten IME, IPT und ILT Aachen durchgeführt wird.

Weitere Information zu diesem spannenden Forschungsschwerpunkt finden Sie in der Ausgabe 2/2013 der RWTH-Themen mit dem Schwerpunkt Biologie und Biotechnologie.

Professorin Gabriele Pradel ist unter folgender Anschrift erreichbar:

Univ-Prof. Dr. Gabriele Pradel
Heisenbergprofessorin
Zelluläre und Angewandte Infektionsbiologie
RWTH Aachen University
Worringerweg 1
52074 Aachen
Tel.: +49 241 80-28123
E-Mail: gabriele.pradel@molbiotech.rwth-aachen.de

Web: http://www.molbiotech.rwth-aachen.de/Groups/zai/index.htm

Autoren: Dr. Martin Singheiser, Prof. Dr. Gabriele Pradel

 

Frau Prorektorin Klee ernennt Frau PD Pradel zur Heisenbergprofessorin der RWTH Aachen University.