Bionik & Schleiereulen - Die Schleiereule als Tiermodell für bionische Forschung

 

Freitag, 7.12.2012

 
Kinderuni: Bionik und Schleiereulen
  Schleiereule

Zum Thema

In den Harry-Potter-Filmen haben viele Kinder schon Eulen gesehen. Diese scheuen Tiere sind nachtaktive Mäusejäger. Ihren „hu-u-u“-Ruf und das „kuwitt“ hört man vor allem in klaren Winternächten. Aber gesehen hat die scheuen, nachtaktiven Tiere in der Natur kaum jemand. Wir zeigen den Kindern eine lebende Schleiereule und deren Anpassungen an die Jagd in der Nacht. Diese Anpassungen machen das Tier zu einer Goldgrube für die Forschung für neue Erkenntnisse sowohl in der Grundlagenforschung als auch in der technischen Anwendung im Sinne der Bionik.

So hat die Schleiereule ein ganz hervorragendes Gehör, mit dem sie Schallquellen ungewöhnlich gut lokalisieren kann. Diese exzellente Lokalisation kann die Schleiereule nur erreichen, weil sie spezielle Anpassungen im Gehirn besitzt. Wenn man Roboter mit solchen Verarbeitungsmechanismen ausstattet, können diese auch Schallquellen lokalisieren.

Das empfindliche Hörsystem würde der Schleiereule nichts nützen, wenn sie während der Jagd die Geräusche einer potentiellen Beute durch eigene Fluggeräusche maskieren würde. Deshalb erforschen wir zusammen mit Ingenieuren den lautlosen Flug der Schleiereule. Es ist Ziel dieser Forschung, die Lösung der Eule zu entschlüsseln und geräuschreduzierte Tragflächen für Flugzeuge oder Rotoren zu entwickeln.

Insgesamt soll die Vorlesung dazu dienen, diese faszinierenden Tiere vorzustellen und zu zeigen, wie man aus der Biologie heraus Vorschläge für die Anwendung in der Technik erarbeiten kann.

 
 

Der Dozent

Prof. Dr. Hermann Wagner

  • geboren am 1.2.1953
  • Studium der Biologie in Ulm, Erlangen und Tübingen
  • Doktorarbeit in Tübingen
  • Auslandsaufenthalt in Pasadena, Kalifornien (USA)
  • seit 1995 Inhaber des Lehrstuhls für Zoologie und Tierphysiologie an der RWTH Aachen
 

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