Mai 2013 - Dr. Loesel beteiligt an binationalem Projekt zur Erforschung neuronaler Grundlagen der Magnetfeldorientierung von Tieren

 

Priv. Doz. Dr. Rudi Loesel an binationalem Projekt zur Erforschung der neuronalen Grundlagen der Magnetfeldorientierung von Tieren beteiligt

Die Fähigkeit von Tieren, sich am Magnetfeld der Erde zu orientieren, ist ein weit verbreitetes, aber bezüglich der zugrunde liegenden biologischen Mechanismen weitgehend unverstandenes Phänomen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert zusammen mit der Czech Science Foundation ein binationales Projekt, das die molekularen und neuronalen Grundlagen der Magnetfeldorientierung aufdecken soll.

Als Untersuchungsobjekt dient ein Insekt, die Schabe Periplaneta americana. Wie andere Insekten auch, können Schaben das geomagnetische Feld der Erde wahrnehmen. Diese Art hat außerdem den Vorteil, dass sie als Modellorganismus für molekulare und elektrophysiologische Experimente etabliert ist. So kann das Phänomen der Magnetfeldorientierung mit verschiedenen Versuchsansätzen erforscht werden: Die Anatomie des Magnetfeldrezeptors und seine Verschaltungen mit dem Zentralnervensystem werden am Institut für Biologie 2 der RWTH von Priv. Doz. Dr. Rudi Loesel analysiert. Untersuchungen zu den molekularen Grundlagen der Magnetfelddetektion laufen an der University of South Bohemia (Budweis, Tschechien) am Institut für Molekularbiologie von Prof. Dr. Ivo Sauman. An der Masaryk University in Brünn (Tschechien) befindet sich eine der weltweit wenigen Anlagen, mit der das Magnetfeld der Erde simuliert werden kann. Dort führt Prof. Dr. Martin Vacha Verhaltensexperimente durch. Ergänzt wird das Projekt durch physiologische Untersuchungen, die die elektrische Aktivität von Neuronen, welche an der Magnetfeldorientierung beteiligt sind, messen.

Auf diese Weise wurde zum ersten Mal ein Forschungsvorhaben initiiert, mit dem das Phänomen der Magnetfeldorientierung von anatomischer, molekularer, elektrophysiologischer und verhaltensbiologischer Seite an einem etablierten Modellorganismus untersucht werden kann. Die Ergebnisse werden dem grundlegenden Verständnis einer komplexen und bislang wenig erforschten Sinnesleistung dienen. Letztendlich könnten wertvolle Erkenntnisse zur Einschätzung möglicher gesundheitsschädlicher Einflüsse elektromagnetischer Wellen (Elektrosmog) auf Tier und Mensch gewonnen werden. Das Projekt dient zudem der Vertiefung und Stärkung des deutsch-tschechischen Wissensaustausches und wird mit einem Volumen von ca. 420.000 € gefördert.

Ansprechpartner:

PD. Dr. Rudi Loesel

Institut für Biologie II

Lehr- und Forschungsgebiet Entwicklungsbiologie und Morphologie der Tiere

Lukasstr. 1

52056 Aachen

Tel. 0241 – 8024834

E-Mail: loesel@bio2.rwth-aachen.de